Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse haben Anspruch auf Versorgung mit Heil-und Hilfsmitteln .

Über 18-jährige Patienten müssen 10% dazuzahlen, es sei denn, sie sind bei der Kasse von der Zuzahlung befreit .

Sobald die gesamte Zuzahlung für alle Therapien pro Jahr 2% des Gehaltes / der Rente übersteigen, können Sie die Befreiung beantragen .

Bei chronischer Krankheit ist die Grenze 1% .

 

Ein Arzt (u.a.  HNO-Arzt / Kinderarzt / Allgemeinarzt / Neurologe / Kieferorthopäde ) kann im Rahmen des Heilmittelkataloges bei folgenden Diagnosegruppen ein Rezept für Logopädie verschreiben .

Die jeweilige Verordnungsmenge ist klar geregelt , sie richtet sich nach den medizinischen Erfordernissen im Einzelfall .

Privat Versicherte können mit der eigenen Krankenkasse in Kontakt treten und die Höhe der Kostenübernahme erfragen .

 

Nach der heute gültigen Heilmittel Richtlinien Verordnung gibt es 6 s.g. Diagnosegruppen  :


ST1 - Organisch bedingte Erkrankungen der Stimme

 

ST2 - Funktionell bedingte Erkrankungen der Stimme

 

ST3 und ST4 - psychogene Erkrankung der Stimme

SP1 - Störung der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung

 

SP2 - Störung der auditiven Wahrnehmung

 

SP3 - Störung der Artikulation

 

SP4 - Störung der Sprache bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit

 

SP5 - Störungen der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung

 

SP6 - Störung der Sprechmotorik



Diagnosegruppen 3 Störungen des Redeflusses   ( RE 1 - 2 )

Stottern           ( für den Arzt     RE 1 )

  • bei

häufig       genetischer Veranlagung zum Stottern

seltener   traumatischer und hirnorganischer Ursachen 

 

  • Leitsymptomatik

Störungen des Redeflusses in Form von

Klonischen Laut -, Silben - und Wortwiederholungen 

Dehnungen und / oder tonischen Blockaden

ausgeprägtem Störungsbewusstsein

Vermeidungsverhalten 

Umformulierungen 

mimischen und ganzkörperlichen Mitbewegenden 

 

  • Therapieziele

Verbesserung bzw. Normalisierung des Redeflusses

Aufbau von Kommunikationsstrategien

Aufbau eines koordinierten Sprach-und Atmungsverlauf

Abbau der Begleitsymptomatik

Aufklärung über die Ursachen und Umgang  mit dem Thema Stottern im sozialen Umfeld ( Familie ; Kindergarten , Schule , Studium , Beruf , Freunde etc. )

 

Poltern            ( für den Arzt :    RE 2 )

  • bei

häufig       genetischer Veranlagung

seltener    hirnorganische Ursachen 

 

  • Leitsymptomatik

Störungen des Redeflusses in Form von

einem überhasteten und deutlich beschleunigtem Sprechablauf

wenig bis gar keinem  Störungsbewusstsein

undeutlicher und verwaschener Artikulation , teilweise mit Auslassen und Vertauschen von Lauten und Silben 

und teils tatsächlich unverständlichen Anteilen  von sprachlichen  Äußerungen 

  • Therapieziele

Verbesserung des Redeflusses

Aufbau gezielter Steuerungsvorgänge 

Verbesserung der Artikulation

Aufklärung des sozialen Umfelds

 

 

Diagnosegruppe      4       Störungen der Stimm-und Sprechfunktion

Rhinophonie            ( für den Arzt :      SF   )

  • Zum Beispiel 

entzündlich bedingt

neurologisch bedingt

degenerativ bedingt

Tumor bedingt

funktionell bedingt

Operationsfolgen

Lippen-Kiefer-Gaumen-Trauma 

 

  • Leitsymptomatik 

Störungen in Form von

eines dumpfen , farblosen , nasalen Stimmklangs

verwaschener Sprache

einer Entstellung von Vokalen und Konsonanten bis  zur Unkenntlichkeit

einer Hyperfunktion der Kehlkopf-und Zungenmuskulatur mit Stimmveränderungen und Atemstörungen 

 

  • Therapieziele

Verbesserung bzw. Normalisierung

des Sprachklanges

der Hyperfunktion, der Kehlkopf-und Zungenmuskulatur und der Stimmveränderungen

der Atemstörungen 

Diagnosegruppe  5  Störungen des Schluckaktes    SC 1 - 2

Krankhafte Störungen des Schluckaktes Dysphagie  ( für den Arzt :    SC  1 )

Dysphagie ( Schluckstörung , soweit sie nicht primär eine Indikation zur Operation darstellt)

 

  • Zum Beispiel 

zerebralen Durchblutungsstörungen 

Tumor

Entzündungen

Tauma

infantilen Cerebralparesen

Bulbärparalysen

Morbus Parkinson

Amyotrophe Lateralsklerosen

Ataxien

Dystonien

Myasthenia gravis

 

  • Leitsymptomatik

Störungen 

des Schluckaktes ( motorisch und / oder sensorisch ) in der oralen , pharyngealen und oesophagealen Phase 

in Form einer Aspirationsgefahr

und der Stimme

 

  • Therapieziele

Verbesserung bzw. Normalisierung des Schluckaktes

ggf. Erarbeitung von Kompensationsstrategien

Ermöglichung oraler Nahrungsaufnahme 

 

Schädigungen im Kopf-Hals-Bereich    ( für den Arzt :     SC 2  )

  • Leitsymptomatik

Störungen des Schluckaktes ( motorisch und / oder sensorisch ) in der oralen , pharyngealen und oesophagealen Phase

in Form einer Aspirationsgefahr

und der Stimme